Vermögensschutz in Zeiten von „Corona“

Eine Vermögenssteuer ist in Österreich im Kommen,
sodass Vermögensschutz und Vermögensberatung gefragter denn je sind.

Durch die aktuelle Coronavirus Pandemie ist nicht nur unser menschliches Durchhaltevermögen, sondern besonders das wirtschaftliche Aushalten gefordert. Die Wirtschaft leidet unter den von den Regierungen beschlossenen Maßnahmen und verursacht dem Staat dadurch hohe Kosten.

Es liegt auf der Hand, dass die Kosten unter den Steuerzahlern verteilt werden muss. Von vielen Seiten kommen bereits erste Lösungsvorschläge. Die NGO (Nichtregierungsorganisation) Attac, welche sich für eine demokratische und sozial gerechte Gestaltung der globalen Wirtschaft einsetzt, publizierte kürzlich erste Lösungsvorschläge für die Verteilung der enormen wirtschaftlichen Kosten.

Attac möchte beispielsweise mit Hilfe einer Vermögenssteuer (Reichensteuer) und einem einmaligen Lastenausgleich die durch das Coronavirus entstandenen Kosten verteilen.

Milliardäre müssten so bis zu 60 % ihres Vermögens an Österreich abgeben, um so den Staat mit Geldern zu unterstützen. Die Höhe des Betrages, welchen die Vermögenden abzugeben hätten, hängt von deren Vermögen ab, wobei das Betriebsvermögen gesondert gehandelt wird, um den Verlust von Arbeitsplätzen zu schützen.

Nachstehende Staffelung wurde vorgeschlagen:

  • Vermögende mit Vermögen ab EUR 5 Mio zahlen einen einmaligen Beitrag von 10 % ihres Vermögens
  • Vermögende mit Vermögen ab EUR 100 Mio zahlen einen einmaligen Beitrag von 30 % ihres Vermögens
  • Vermögende mit Vermögen ab EUR 1 Mrd zahlen einen einmaligen Beitrag von 60 % ihres Vermögens

Der einmalige Lastenausgleich könnte in 5 jährlichen Raten bezahlt werden.

Die österreichische Bundesregierung hat bislang ca. EUR 38 Milliarden investiert, um die Wirtschaft zu retten. Laut Berechnungen der Attac würde Österreich mit Hilfe der Vermögenssteuer ca. EUR 70 bis 80 Milliarden zusätzlich erhalten.

Bislang ist diese Vorstellung in keinem EU-Land Realität. Die Attac Österreich hofft aber auf eine internationale oder EU-weite Einführung dieser Art des Ausgleichs und will mit der ersten Einführung in Österreich als Vorbild agieren. Als „Vorbilder“ präsentiert die NGO den deutschen Lastenausgleich von 1949, bei dem eine 50 % Abgabe auf den Vermögensbestand des Jahres 1948 erfolgte. Auch Japan habe nach dem Zweiten Weltkrieg eine Sonderabgabe von 90 % für die größten Vermögen eingeführt.

Die österreichische Politik regiert sehr unterschiedlich auf diesen Vorschlag. So fordert Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) eine Erbschafts- und Schenkungssteuer für eine „gerechte Krisenfinanzierung“.

 

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner spricht sich deutlich für eine Millionärssteuer aus und auch für eine Abgabe durch Internet-Online-Konzerne, die bislang so gut wie keine Steuerabgaben entrichten. Die Banken sollen auch ihren Beitrag leisten.

Die KPÖ Steiermark fordert eine Corona-Solidaritätssteuer für Vermögen über EUR 3 Millionen. Dies entspricht ca. 2 % der österreichischen Bevölkerung.

Nachdem in Österreich ohnehin schon eine sehr hohe prozentuelle Abgaben- und Steuerquote besteht, wäre wohl eine weitere Besteuerung, egal welcher Art und unabhängig von deren Bezeichnung, schwerwiegend. Der sogenannte „Tax Freedom Day“ war im letzten Jahr der 5. August. Als Tax Freedom Day bezeichnet man den Tag, ab dem die Steuerzahler über ihr jeweiliges Einkommen frei verfügen können. Demnach arbeiten die Österreicher mehr als ein halbes Jahr für den Staat.

Diese Website verwendet Cookies, um die Benutzererfahrung zu verbessern.
Mehr Infos finden Sie hier!
ok